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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das Asperger Syndrom

Das Asperger-Syndrom wird nach der ICD-10 ebenso wie der Kanner-Autismus durch eine qualitative Abweichung im sozialen Kontakt charakterisiert. Dazu gehört ein Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit, die Schwierigkeit Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen und spontan deren Interessen zu teilen. Die Kontaktaufnahme geschieht verstandesmäßig, die Gefühle anderer werden nicht wahrgenommen.

Nach der ICD-10 existiert keine klinisch bedeutsame allgemeine Verzögerung in der gesprochenen Sprache oder in der kognitiven Entwicklung. Die Diagnose verlangt, dass bis zum Alter von zwei Jahren oder früher einzelne Worte gesprochen werden können. Bis zum Alter von drei Jahren oder früher werden kommunikative Redewendungen benutzt. Dennoch sind bedeutende Kommunikationsschwierigkeiten vorhanden, insbesondere im nonverbalen Bereich. Beeinträchtigt ist die Fähigkeit, über Variationen von Tonfall, Gestik und Mimik Bedeutungen auszudrücken und zu verstehen. Den frühen Sprachbeginn als Diagnosekriterium, vorauszusetzen wird von einigen Fachleuten in Frage gestellt.